Sicherheitswarnungen
Keine Siska Warnung explizit für Masten vorhanden. Da aber abgestorbene Bäume eigentlich Masten sind, sind hier weitere Informationen zum Thema: Weiterlesen – Abgestorbene Bäume
Checkpunkte
Eingegrabene Masten muss man ca. 30 cm tief aufgraben. Die Verrottung ist in dieser Zone am stärksten. Dort besteht meistens Dauerfeuchte. Tiefer als 50 cm fehlt im Allgemeinen der Sauerstoff. Im Bild wird versucht, mittels Dorn die äußere Kruste zu durchschlagen. Häufig verrotten Masten von innen her. Am besten prüft man diese Stelle mittels Bohrwiderstandsgerätes.
Anzeichen können sein: Absplittern der äußeren Kruste, Verfärbungen, Pilze, Spechtlöcher, Ameisen.
Man muss dort sofort abklopfen und weitere Untersuchungen machen. Hier gibts mehr zum Thema Klopftest
Ein Mast kann außen noch normal ausschauen, aber innen schon stark verrottet sein. Man kann Masten akustisch überprüfen: Dabei wird mit einem Hammer der Mast abklopft und das Klopfgeräusch analysiert. Mit etwas Übung erkennt man den Unterschied zwischen
- gesundem Holz (heller klarer Klang) und
- morschem Holz (dumpfer Klang).
Je nach Holz muss man stichprobenartig den gesamten Mast abklopfen. Eichen sind besonders schwierig einzuschätzen.
Wenn man morsche Stellen entdeckt hat, kann man z.B. mittels Bohrwiderstandsmessung das Ausmaß der Verrottung feststellen.
Besonders sensibel sind horizontale Hölzer wie bei der Giant Ladder, Brücken, Querverstrebungen etc..
Hölzer, die horizontal wie bei Giant Ladder, Querverstrebungen, Brücken etc angebracht sind, verrotten wesentlich schneller als vertikale. Sie brauchen mehr Aufmerksamkeit und müssen häufiger kontrolliert werden.
Prallmatten, die dicht am Mast anliegen, erzeugen Dauerfeuchte. Sie sollten hinterlüftet sein und zumindest in der Winterpause abgenommen sein.
In der operativen Inspektion muss man darunterschauen.
Liegt die Plattformkonstruktion am Mast an, hält sich die Feuchtigkeit dort besonders gut. Oft verrotten Masten genau dort, weil die meisten Plattformen viel zu eng um den Mast gebaut sind. Man sollte mindestens 10 cm Luft lassen und mit Gewindestangen bohren, anstatt mit Klemmen.
In jedem Fall muss man schwer zugängliche Stellen besonders genau inspizieren, am besten im Winkel eine Bohrwiderstandsmessung machen.
Verfärbungen können auf Verrottung hinweisen.
Beides sollte die Alarmglocken läuten lassen – siehe Totfeinde
Vertikale Risse, wenn sie nur bis zum Kern gehen, stellen in der Regel kein Problem dar. Diese sind meist Trocknungsrisse.
Geht der vertikale Riss durch den ganzen Mast oder handelt es sich um einen horizontalen Riss, müssen diese umgehend inspeziert werden.
Todfeinde
Pilze sind ein Alarmzeichen.

Wenn Ameisen sichtbar sind, ist besondere Sorgfalt geboten. Vor allem wenn man kräftig auf den Stamm klopft und Ameisen kommen aus den Ritzen. Dann kann ein Nest im Inneren sein, bei dem nur mehr wenige Zentimeter Außenhülle vorhanden sind.
Wissenswertes
Verrottung - Mechanismus
Holz hat wunderbare Eigenschaften: Es hat hohe Zug- und Druckfestigkeit sowie eine ausreichende Biegefestigkeit für viele Anwendungen. Allerdings hat es einen großen Nachteil: Es verrottet.
Sobald in der Natur ein Baum schwächelt oder stirbt fallen unzählige Mikroorganismen und Pilze über ihn her, um ihn aufzuessen. Ein Mast oder ein Pfosten ist für diese Lebewesen nichts anderes als ein toter Baum. Unbehandeltes Holz kann innerhalb weniger Jahre in einem gefährlichen Ausmaß verrotten. Dazu müssen zwei Faktoren zusammenkommen: Feuchtigkeit und Sauerstoff. Im trockenen Dachboden können die Balken Jahrhunderte ihre Festigkeit bewahren, doch wehe, wenn es hineinregnet. Unter Wasser oder tief im Boden ist zu wenig Sauerstoff, dort bleibt Holz oft lange konserviert.
Verrottete Holzteile haben bereits eine Serie von Unfällen verursacht! Pilze und Holzmehl, das aus Spalten kommt, sind Alarmzeichen.
Art des Fundaments
Es gibt zwei vorherrschende Methoden, Masten aufzustellen:
- Eingraben
- auf ein Fundament stellen
Verrottung kann durch keine der beiden Methoden zuverlässig verhindert werden, deswegen müssen auch beide Methoden überprüft werden. Unbehandelte Fichtenmasten mit Kontakt zu Dauerfeuchte verrotten binnen 4 Jahren. Druckimprägnierte Kiefermasten halten mehrere Jahrzehnte.
Klopfen - Testverfahren
Verrottung kann man durch Klopfen auf das Bauteil (Mast, Pfosten, etc) feststellen. Der Unterschied zwischen festem Holz und Verrottetem ist mit etwas Übung und Einschulung deutlich zu hören. Durch den Klopftest kann man jedoch den Zustand nur grob abschätzen. Sobald ein Bauteil „hohl“ klingt, muss man weitere Tests durchführen, z.B. die Bohrwiderstandsmessung oder einen Belastungstest.
Vor allem Kesseldruckimprägniertes Holz fault zuerst innen. Von außen kann der Pfosten noch gut aussehen, aber der Klopftest entlarvt sofort den hohlen Kern.
Bohrwiderstandsmessung - Testverfahren
Um Bohrwiderstandsmessungen durchzuführen benötigt man ein spezielles Gerät sowie eine Ausbildung. Deswegen wird hier nicht auf Details eingegangen.
Es wird ein 3 mm dicker Bohrer in das Bauteil gebohrt. Dabei wird der Bohrwiderstand gemessen und grafisch dargestellt. Dadurch kann man die innere Verrottung feststellen. Es gibt Fälle, bei denen nur die ersten 4 cm stark verrottet sind, aber der Rest des Mastens noch eine hohe Festigkeit aufweist. Aber ebenso ist es möglich, dass auch der restliche Mast schon geschwächt ist.
Der Vorteil ist, dass man an Stellen messen kann, zu denen man sonst nicht dazukommt, z.B. unter Plattformen oder bei einbetonierten Pfosten.
Belastungstest - Testverfahren
Belastungstests können überall dort zur Geltung kommen, wo man nicht anders die Tragfähigkeit oder Integrität eines Bauteils feststellen kann. Hier sind aber besondere Kenntnisse notwendig. Einfach mit X kN belasten und gut ist es – das funktioniert so nicht. Man muss auch die weitere Verschlechterung durch Zeit oder Nutzer einkalkulieren usw.
Beispiele, bei denen ein Belastungstest sinnvoll sein kann:
- Es sind Bauteile mit unbekannter Tragkraft verbaut.
- Ein Bauteil kann verborgen sein, so dass man den Zustand nicht sehen kann (Gewindestange in Holz). Erdanker auszugraben ist weder angemessen noch sinnvoll.
- Der Zustand eines Bauteils kann realistisch gesehen nicht überprüfbar sein. (z.B. Verrottung von Masten)
- Es bestehen Zweifel über die Homogenität eines Bauteils.
In solchen Fällen müsste man den Seilgarten als nicht betriebssicher einstufen und eine Sperrung empfehlen. Durch einen Belastungstest besteht die Möglichkeit, dennoch den Seilgarten „freizugeben“.
Konservierung
Die Haltbarkeit von imprägnierten Hölzern hat sich in den letzten 20 Jahren deutlich verschlechtert. Dies könnte mit einer Veränderung der Rezepturen für die Imprägnierungsmittel zusammen hängen. Kurz nach der Jahrtausendwende wurden die Umweltsschutzauflagen verschärft und die Hersteller durften einige Stoffe nicht mehr verwenden.
