Sicherheitswarnungen
Aktuell keine Warnung vorhanden.
Checkpunkte
Wenn Metall auf Metall reibt, wird das schwächere Teil durchgerieben. Dieser Alukarabiner rutschte auf einem Stahlseil hin- und her. Daran hingen die Teilnehmer. Glücklicherweise wurde er rechtzeitig entdeckt.

Das gleiche gilt auch Stahlkarabiner, wenn sie übers Stahlseil reiben.
Solange nicht mehr als 10% durchgerieben sind, bestehen keine Bedenken. Tests mit Karabinern, die zu 1/3 durchgerieben waren, haben immer noch ausreichend Haltekraft gezeigt.
Aber Achtung! Oft entsteht eine scharfe Kante. Die kann Kletterseile leicht durchschneiden. Bei Umlenkkarabinern sollten daher scharfe Kanten rundgefeilt werden.
Dazu muss man den Aufdruck am Karabiner lesen.
Ist er auch tatsächlich für Personensicherung geeignet? Die relevante Norm ist hier die EN362:2004 für PSA Verbindungsmittel sowie die EN 12275:2013 (Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren). Laut den Anforderungen dieser Norm müssen folgende Merkmale erkennbar sein damit sie dieser Norm entsprechen:
- das Modell/Typ des Verbindungsmittels
- eine eindeutige Kennzeichnung der Norm EN 362:2004 sowie einem Buchstaben für die eindeutige Kennzeichnung der Kategorie, wobei der Buchstabe für die Form sowie Verschlussart maßgebend ist.
- den Mindestfestigkeitswerten in kN, abgerundet auf die nächst kleinere ganze Zahl unter jenem Wert, den
der Hersteller garantiert, bei den folgenden Beanspruchungsarten (wofür eine Prüfanforderung
vorhanden ist):- Längsrichtung mit geschlossenem Verschluss
- Längsrichtung mit offenem Verschluss
- Querrichtung
Nachstehende ein Bild eines typischen Baumarktkarabiners, welcher keine Kennzeichnung sondergleichen aufweist (Bild links). Daneben ein normgemäßer Karabiner mit dazugehöriger Kennzeichnung. Dieser ist als Verbindungsmittel für Personen zugelassen und ist für die Sicherung von Personen zugelassen.


K
Korrosion von Aluminiumkarabinern kann schwer zu erkennen sein. Verfärbungen sollten genauer untersucht werden.
!! Siehe Korrosion !!
Im Laufe der Zeit wird der Verschluss schwergängig und es kann passieren, dass er nicht mehr schließt. Es sollte dann der Karabiner (eventuell) vorher gereinigt und dann geschmiert werden. Als Schmiermittel wird NICHT WD40 empfohlen, da es kein Schmiermittel ist. Besser eignet sich z.B. ein gutes Öl.
Die Feder des Verschlusses ist ein Bauteil, das immer wieder bricht. In diesem Fall ist der Karabiner auszutauschen.
!!! Silikonspray?!!!
Karabiner sind nur für bestimmte Belastungsrichtigungen geeignet – siehe auch Todfeinde !!!Link zum Form unter Wissenwertes!!.
Querbelastungen sind zu vermeiden.
Besonders wenn man in 3 oder mehr Richtungen belastet, muss man auf die Eigung achten. Manchmal eignet sich dann ein Ring besser.
!!! Foto !!!!
Vor allem Alukarabiner sind anfällig für zu hohe zyklische Belastung. Wenn mehr als 25% der angegebenen Bruchlast oftmals auf den Karabiner einwirkt, entstehen Haarrisse und der Karabiner kann plötzlich deutlich unter der Bruchlast brechen. Slacklines sind ein typisches Beispiel. In diesem Fall sind Stahlkarabiner zu verwenden.
Im Zweifelsfall sollte man Eisenbauteile mit einem „WLL“-Aufdruck (z.B. WLL 700 kg) verwenden und diese Kraft nicht überschreiten.
Todfeinde
Karabiner dürfen in keinem Fall einer „Triload“ ausgesetzt werden, sondern nur in Längsrichtung, da sie sonst durch eine übermäßige Querlastbeanspruchung brechen können.
!! Siehe auch Deadly Traps !!

Karabiner sind dazu designed, in Längs richtung frei hängend Lasten aufzunehmen. Wenn der Karabiner über eine Kante belastet wird, kann dies zu Brüchen führen.
!! Siehe Materialkunde!!
Vor allem Alukarabiner sind empfindlich gegen zyklische Belastung (also Belastung – Entlastung – wieder Belastung usw.).
Man muss damit rechnen, dass Alu nur ca. 25% der Bruchlast auf Dauer aushält. Bei Slacklines hat es deswegen einige Karabinerbrüche gegeben.
Wissenswertes
Karabiner gibt es in verschiedenen Formen, die sich in ihren Merkmalen unterscheiden. Eine wichtige Unterscheidung ist die Belastungsrichtung, welche bei den verschiedenen Arten variiert und sich somit für unterschiedliche Anwendungsbereiche eignet.
- Eine der Formen ist zum Beispiel die D-Form, die sich optimal für den Standplatzbau, zur Verbindung von Sicherungspunkten oder für Halbautomaten eignet.
- Eine weitere Art ist die ovalförmige, die eine gleichmäßige Verteilung der Last ermöglicht, z.B. bei Seilrollen oder Verbindungsplatten.
- Die Birnenform ist empfehlenswert für HMS-Sicherungen, bei denen Belastungen in einem etwas weiteren Winkel auftreten können.
- Karabiner mit extra weiter Öffnung sind hilfreich bei Klettersteigsets. Die 8er-Form bietet Verdrehschutz beim Sichern beim Klettern.
Eine wichtige Anmerkung aus der Anleitung des Gridlock-Karabiners: Ein Grigri kann auch in die kleine Öse der Acht eingehängt werden. !!! Überleitung – passt das hier zur Form? !!!
Nachstehen ein Beispiel der Belastungsrichtung eines Karabiners in Birnenform sowie ein ovalförmiger Karabiner:
Grundsätzlich unterscheidet man bei der Verschlussart zwischen verriegelbaren und nicht verriegelbaren Karabinern. Schnapper, die man zum Beispiel von Expressen kennt zählen zu den nicht verriegelbaren Karabinern. Verriegelbar sind z.B. Schraubkarabiner, Twistlock, für die man zwei Aktionen zum Öffnen braucht. Sie sind etwas sicherer gegen ungewollte „Selbst“aushängung, aber nicht zuverlässig (man kann die Schraube vergessen, sie kann sich durch Vibrationen öffnen usw.) Trilock Karabiner benötigen drei Aktionen (z.B. schieben, drehen, öffnen) und sind Standard z.B. bei Topropeklettern und bieten mehr Sicherheit. Die Wahl der Verschlussart hängt von den Voraussetzungen sehr stark ab, welche an einen Karabiner gestellt werden. Wenn Be- und Entlastungen wechseln (topropeklettern) sind Trilockkarabiner oder zwei gegengleiche Karabiner angebracht.
Der einzige Vorteil von Alu ist das geringere Gewicht. Sonst hat Alu nur Nachteile: Geringere Dauerfestigkeit, überhaupt geringere Festigkeit bei gleicher Dimension, mehr Abrieb, größere Neigung zu galvanischer Korrosion.
Im Hochseilgarten setzen sich daher Rapidglieder und Stahlkarabiner vor allem bei permanenten Einbauten durch.
Ja und nein.
Immer wieder taucht die Frage auf, ob man einen Karabiner, der auf den Boden fällt, wegen Haarrissen wegwerfen muss.
Hier ist die Antwort klar: Nein. Solange er nicht deformiert und immer noch funktionstüchtig ist, kann man ihn verwenden – auch wenn er 1000 Meter abgestürzt ist.
Haarrisse entstehen durch zyklische Belastung. Bei Alu kann man ab 25% der Bruchfestigkeit damit rechnen, dass feine Risse entstehen. Mit einer Lupe sind die sichtbar, das setzt aber eine regelmäßige Überprüfung voraus. Der Prüfungsintervall hängt von der Belastung ab. Zyklische Belastung knapp unter der Bruchlast lässt einen Alu-Karabinern nach 1 bis 200 Zyklen brechen. Bei der Hälfte sind es einige tausend.
