Sicherheitswarnungen
Im Zuge von Routinearbeiten wurde unter einer Klemme ein massiv geschädigtes Drahtseil gefunden. Dieser Schaden war vor dem Entfernen der Klemme nicht sichtbar.
Weiterlesen – zum PDF Sicherheitswarnung zu versteckten Drahtbrüchen!
In der EN 15567 ist folgende Verbindung von zwei Seilenden empfohlen:
Eigene Versuche haben ergeben, dass die maximale Bruchlast bei frisch aufgebrachten Klemmen in diesem Fall nur bei der Hälfte der erwarteten Bruchlast lag. Das waren bei einem 10 mm Seil 30 kN.
Sollten die Klemmen nicht nachgezogen werden, sinkt die Bruchlast deutlich ab.
Die maximale Belastung sollte unter dieser Voraussetzung beim geforderten Sicherheitsfaktor 3 bei maximal 10 kN liegen. Das setzt aber voraus, dass die Gewinde gefettet wurden und vor der ersten Nutzung in folgendem Abstand nachgezogen wurden:
- kurz vor der ersten Benutzung
- 1 Stunde nach der ersten Nutzung
- nach 3 weiteren Stunden
- 1 Tag nach Inbetriebnahme
- 1 Woche nach Inbetriebnahme
- 1 Monat nach Inbetriebnahme.
Wenn das nicht sichergestellt ist, muss man mit einem Versagen der Verbindung deutlich unter 10 kN rechnen.
Wir empfehlen daher dringend die zweite Variante der Norm:
Checkpunkte
In der EN 13 411-5 sind zwei Formen beispielhaft angeführt:
- europäische Klemmen (siehe auch Bild)
- amerikanische Klemmen
„Falsche“ Klemmen, die nicht der EN 13411-5 entsprechen, sind oft aus schwächerem Material gebaut und können brechen.
Auch richtig angezogene Klemmen können wieder locker werden – vor allem bei verzinkten Stahlseilen. Warum richtig angezogene Klemmen wieder locker werden und wann es wirklich gefährlich wird, erfährst du hier.
Die Empfehlung unter der Voraussetzung, dass mehrere Klemmen verwendet werden, die Seilverbindung gewickelt oder mit Kausche ist und eine Belastung von max 15 kN eingeleitet wird: Zumindest in den ersten Wochen (1-4) nachziehen, danach in der operativen Wartung so oft, bis kein Nachgeben mehr auftritt. Danach ist nur mehr Sichtprüfung und die stichprobenartige (ca. 10% der Seilklemmen) Überprüfung mit dem Drehmomentschlüssel nötig: Das geübte Auge erkennt lockere Klemmen.
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rrodierte Klemmen sind einfacht zu überprüfen: Man versucht, die Mutter zu bewegen. Wenn sie sich bewegen lässt und das Drehmoment auf 15 Nm erhöht werden kann, ist das ein Zeichen, dass die Korrosion das Gefüge nicht zerstört hat.
Es ist sinnvoll, Klemmen im gleichen Abstand anzubringen. Bei Überlast beginnen sie in der Regel zu rutschen. Der Abstand verändert sich, bis zwei Klemmen zusammenrutschen.

Gleichzeitig erkennt man oft an der Verformung der Kausche, dass das Stahlseil gerutscht ist.
Das Markieren der Klemmen ist dann sinnvoll, wenn man eine Überlast vermutet – entweder weil ein besonderes Ereignis stattgefunden hat oder wenn im Zuge der operativen Inspektion eine Veränderung feststellt bzw. vermutet.
Hier findest du, was im Fall von verrutschten Klemmen zu tun ist.
Todfeinde
Solange man eine rückgebogene Schlaufe hat (mit Kausche) oder gar eine Wicklung, wirken sich Fehler kaum aus. Da würde meistens auch eine einzelne Klemmen die Lasten in einem Seilgarten tragen können.
Wenn man eine Seilverlängerung baut, dann kann es kritisch werden. Im Bild sieht man nur jeweils 3 Klemmen, wo eigentlich 4 sein müssten:
Vor allem bei sehr hohe Lasten (z.B. bei langen Ziplines mit wenig Durchhang) ist in diesem Fall große Vorsicht geboten: Die richtige Anzahl Klemmen (mind. 8), ein etwas höheres Drehmoment als in der Norm und vor allem in den Wochen nach dem Installieren immer wieder nachziehen, bis das Drehmoment konstant bleibt, sind hier wichtig.
SIG Sicherheitswarnung „gefährliche Seilendverbindung“ – Seilverlängerung findest du hier.
Spiralseile dürfen laut Norm nicht mit Seilklemmen angeschlagen werden. Durchgeführte Tests und auch die Erfahrung haben ergeben, dass es keine Probleme mit ihnen bei der Verwendung gibt. (Anmerkung: Der Grund für diese Regel ist uns leider nicht bekannt.)
Wissenswertes
Relevante Norm EN 13411-5
Die Seilgartennorm fordert, dass die Seilklemmen der EN 13411 (Teil 5) entsprechen müssen.
Von der Verwendung der „Bauhausklemmen“, die der seit Jahrzehnten zurückgezogenen Norm DIN 741 entsprechen, wird abgeraten, da sie nicht für Personensicherung zulässig sind.
Europäische Klemme (Beschreibung & Foto)
Amerikanische Klemmen (Beschreibung & Foto)
"Falsche" Klemmen brechen leichter
„Falsche“ Klemmen, die nicht der EN 13411-5 entsprechen, sind oft aus schwächerem Material gebaut und können brechen.
Im Bild eine Klemme, die immer noch als „DIN 741“ Klemme verkauft wird, obwohl diese Norm seit vielen Jahrzehnten zurückgezogen wurde und diese Klemmen nicht für Sicherheitszwecke eingesetzt werden dürfen (schwere Elemente oder Sicherungsseile).
Was ist, wenn Klemmen zu stark angezogen werden?
Bisher wurden nur positive Nebeneffekte eines erhöhten Drehmoments festgestellt: Die Haltekraft wird größer und auch Schäden in der Klemme am Stahlseil durch Dauerknickbelastung werden verringert bzw. verzögert.
Das Material einer 10 mm Klemme mit dem Nenn-Drehmoment von 9 Nm verträgt ohne Probleme 18 Nm. Abreißen wird die Mutter erst jenseits der 30 Nm.
Fazit: Sorgen bereiten zu gering angezogene Klemmen, nicht „überzogene“ Klemmen. Schäden am Stahlseil sind in geringerem Maße zu erwarten, als bei „normal“ angezogenen Klemmen.
Was tun, wenn Klemmen verrutscht sind?
In diesem Fall sollte man die Klemmen lösen und darunterschauen, ob das Stahlseil beschädigt ist. Zusätzlich müssen auch die Anschlagspunkte überprüft werden. Wenn keine Schäden vorhanden sind, kann man die Klemmen neu anbringen, markieren und regelmäßig alle 1-2 Wochen kontrollieren, ob das Problem weiter besteht.
Folgende mögliche Ursachen müssen in Betracht gezogen werden:
- einmalige Überlast durch außergewöhnlichen Sturm oder eine Baumaschine,
- zu locker angezogen,
- falsche statische Berechnung – andauernde Überlast im Betrieb.
Wie oft muss man Klemmen nachziehen?
Zink kriecht – deswegen werden angezogenen Klemmen, bei denen Zink sich entweder im Stahlseil oder Klemmen befindet, wieder locker. Irgendwann erreicht es eine stabile Position.
Vorweg – es gibt wenige Unfälle aufgrund von zu schlecht angezogenen Seilklemmen.
ABER: Folgende Spezialfälle müssen die Vorgaben (siehe unten) unbedingt eingehalten werden, da es schon zu Unfällen durch rutschende Klemmen gekommen ist:
1. Wenn die Sprosse einer Riesenleiter durch eine einzelne Klemme am Abrutschen gesichert ist.
2. Bei Inline-Spleißen, also wenn zwei Enden miteinander verbunden werden. Dazu findest du hier !! mehr Informationen.
Die Empfehlung unter der Voraussetzung, dass mehrere Klemmen verwendet werden, die Seilverbindung gewickelt oder mit Kausche ist und eine Belastung von max 15 kN eingeleitet wird: Zumindest in den ersten Wochen (1-4) nachziehen, danach in der operativen Wartung so oft, bis kein Nachgeben mehr auftritt. Danach ist nur mehr Sichtprüfung und die stichprobenartige (ca. 10% der Seilklemmen) Überprüfung mit dem Drehmomentschlüssel nötig: Das geübte Auge erkennt lockere Klemmen.
Typische Angaben aus einer Gebrauchsanleitung:
„Eine Überprüfung des Anziehmomentes sollte erfolgen:
- bei der Montage
- kurz vor der ersten Benutzung
- 1 Stunde und 3 Stunden nach erster Nutzung
- 1 Tag nach Inbetriebnahme
- 1 Woche nach Inbetriebnahme
- 1 Monat nach Inbetriebnahme
- 6 Monate nach Inbetriebnahme
- Danach alle 6 Monate“
Die Praxis? Wenn überhaupt werden Klemmen nach der Montage erst nach vielen Tagen oder Wochen ein Mal angezogen und dann erst wieder im Zuge der Jahreswartung. Manchmal überhaupt nicht (außer der Inspektor beanstandet es).
Tatsache ist, dass wir in Seilgärten mit wenigen Ausnahmen keinen Unfall aufgrund von rutschenden Stahlseilklemmen haben. Das liegt unter anderem an der vergleichsweise niedrigen Belastung. Der Sicherheitsfaktor für Stahlseile und -endverbindungen liegt im Seilgarten bei 3. Das bedeutet: Ein 10mm Stahlseil hat 60 bis 70 kN Bruchlast und somit eine Arbeitslast (WLL) von mehr als 20 kN. Tatsächlich treten im Seilgartenbereich solche Kräfte nie auf. Typische Kräfte liegen maximal bei 15 kN.
Ein weiterer Grund ist: Bei Wicklungen ist die Belastung, die durch die Klemme getragen wird, noch geringer, weil ein erheblicher Teil durch die Reibung abgetragen wird.
Wir sprechen hier nicht von hunderte Meter langen Ziplines. Da kann die Belastung an die 30 kN herankommen.
